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Weihnachtsgrüße von Bürgermeister Sebastian Koch

09.12.2016

undefinedLiebe Wenzenbacherinnen und Wenzenbacher,

letztes Jahr habe ich eine besonders kesse Weihnachtskarte erhalten. Auf dieser stand:

„Maria, wärest Du hart geblieben, so wäre uns Weihnachten erspart geblieben!“

Hinter diesem Spruch verbirgt sich vermutlich die Erfahrung vieler, die klagend immer wieder sagen: Diese Schenkerei, die vielen Pflichtbesuche, das üppige Feiern, dieser Scheinfriede, der enorme Stress - oh nein! Das muss und will ich mir doch nicht antun! Insofern gibt der Spruch durchaus Sinn. Hätte Maria auf das Wort des Engels nicht gehört, wäre dieses Weihnachtsfest, dem sich keiner so recht entziehen kann und das so unauslöschlich zum Dezember gehört, nicht entstanden!

Doch kann das wirklich in unserem Interesse sein? Derzeit läuft im Fernsehen häufiger eine wunderbare Werbung der Lebensmittelkette Edeka. Die Botschaft dieses Spots ist schnell wiedergegeben: Es kommt nicht so sehr auf die äußeren Rahmenbedingungen des Weihnachtsfestes an, sondern darauf, möglichst viel Zeit mit seinen Lieben zu verbringen. Weihnachten ist wahrlich das Fest der Liebe. So hört und liest man es jedenfalls überall. Aber was für eine Liebe ist damit eigentlich gemeint? Was verändert, verwandelt, erneuert denn diese Liebe, die jedes Weihnachtsfest aufs Neue regelrecht zelebriert wird? Es gibt ein weltbekanntes Weihnachtslied, welches darauf die Antwort zu geben scheint: Stille Nacht, heilige Nacht!

In meinem weihnachtlichen Grußwort möchte ich allerdings die Urfassung von 1818 wiedergeben:

Stille Nacht! Heil´ge Nacht!
Alles schläft, einsam wacht.
Nur das traute heilige Paar,
holder Knab´ im lockigen Haar;
schlaf in himmlischer Ruhe!
Schlaf in himmlischer Ruh!

Stille Nacht! Heil´ge Nacht!
Gottes Sohn! O! wie lacht
Lieb` aus Deinem göttlichen Mund,
da uns schlägt die rettende Stund;
Jesus! in Deiner Geburt!
Jesus! in Deiner Geburt!

Stille Nacht! Heil´ge Nacht!
Die der Welt Heil gebracht;
Aus des Himmels goldenen Höh´n
Uns der Gnaden Fülle lässt sehn´n:
Jesum in Menschengestalt!
Jesum in Menschen-Gestalt!

Stille Nacht! Heilige Nacht!
Wo sich heut alle Macht
Väterlicher Liebe ergoss,
Und als Bruder huldvoll umschloss
Jesus die Völker der Welt!
Jesus die Völker der Welt!

Sie haben es gemerkt: Der ursprüngliche Text unterscheidet sich in Länge und Sprache von der uns bekannten Version des Liedes.

Besonders interessant sind gewiss die zusätzlichen Strophen. Heute werden die Strophen in der Mitte nämlich ganz ausgespart. Damit geht allerdings das Herzstück des Liedes verloren. Nach der ersten Strophe, die so etwas wie ein Wiegenlied ist, geht die zweite Strophe in die Beschreibung des Staunens über. Dieser Säugling in der Krippe ist offensichtlich etwas ganz besonderes. Durch ihn schlägt uns die „rettende Stund“. Durch den menschgewordenen Gottes Sohn werden wir alle zu Brüdern und Schwestern. Dies drückt der Liedtext „und als Bruder huldvoll umschloss Jesus die Völker der Welt!“ aus.

Dem Weihnachtsfest liegt also die Hoffnung auf einen Frieden, der die Menschen miteinander verbindet und zu wirklich vertrauten Menschen, eben zu Geschwistern macht, zugrunde. Genau dies, sollten wir uns jedes Weihnachtsfest - und darüber hinaus - immer wieder vergegenwärtigen. Genau dann hat Weihnachten trotz des ganzen nebensächlichen Getöses auch künftig einen Sinn.

Im Namen der Gemeindeverwaltung und des gesamten Gemeinderats wünsche ich Ihnen ein freudiges Weihnachtsfest und ein glückliches Jahr 2017!

Kategorien: Bürgerservice