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Gelungener Energiewendetag des Bund Naturschutzes

18.05.2017 Ein gelungener Energiewendetag des Bund Naturschutzes in Zusammenarbeit mit der Gemeinde Wenzenbach

Papst Franziskus formulierte in seiner Öko-Enzyklika Laudato si` klare Vorstellungen zur Energiewende. Konkret heißt es darin:

„Darum ist es dringend geboten, politische Programme zu entwickeln, um in den kommenden Jahren den Ausstoß von Kohlendioxid und anderen stark verunreinigenden Gasen drastisch zu reduzieren, z.B. indem man die Verbrennung von fossilem Kraftstoff ersetzt und Quellen erneuerbarer Energie entwickelt.“

Getreu  dieser päpstlichen Weisung hat sich die Gemeinde Wenzenbach in den letzten Jahren weiterentwickelt.

Solarenergie

Anlage am Dach des Rathauses installiert. Auf den Dächern der Grundschule Irlbach und des Feuerwehrhauses in Wenzenbach befinden sich ebenfalls Photovoltaikplatten. Insgesamt erzeugt die Gemeinde so über 85.000 kWh Strom pro Jahr. Die BERR und auch andere Projektierer in diesem Bereich eruieren derzeit die Möglichkeiten eines Solarparks in Wenzenbach. Bernhardswald Solarenergie. Seit mehr als 10 Jahren gibt es an der Mittelschule eine Photovoltaikanlage.

Energieverbrauch an der Mittelschule

An dieser Stelle sei auch zu erwähnen, dass seit April 2016 ausschließlich Öko-Strom aus Windkraft für den allgemeinen Stromverbrauch der Mittelschule von der EVW bezogen wird.

Sigmar Gabriel stellte 2006 als Umweltminister fest:

„Die umweltfreundlichste und sicherste Kilowattstunde ist die, die nicht verbraucht wird.“

Da schmerzt es dann natürlich ganz besonders, wenn man sich die Energiekosten der Mittelschule vergegenwärtigt. Die Klassenräume und die Turnhalle werden mit Strom beheizt. Auf diese Art und Weise entstanden zuletzt Heizkosten von jährlich ca. 75.000 €. Insgesamt belaufen sich die Ausgaben für Energie auf 110.000 €. Laut Energieleitplan für die Gemeinde aus dem Jahr 2013 machte der Stromverbrauch in der Mittelschule mit 543.000 kWh 48 Prozent des gesamten Stromverbrauchs für öffentliche Zwecke im Gemeindegebiet aus. Unlängst konnte aber immerhin erreicht werden, dass sich mit einer Umprogrammierung der Heizanlage und der Erneuerung ineffizienter Heizkörper der Energieverbrauch in der Schule um ca. 10 Prozent verringern wird.

Natürlich ist das aber nur ein kleiner Schritt in die richtige Richtung. Nach Auffassung des Bürgermeisters Sebastian Koch müsste nun zeitnah eine Komprimierung des derzeit 2.700 qm großen Schulgebäudes auf eine Fläche erfolgen, die tatsächlich noch für den Schulbetrieb benötigt wird. Ferner darf die energetische Sanierung des in die Jahre gekommenen Baus aus dem Jahre 1971 nicht mehr länger verzögert werden. Die Gemeinde Wenzenbach wird im Schulverband darauf weiterhin mit Entschiedenheit hinwirken.

Nachhaltige Bauleitplanung

Beim Energiekonzept für das Baugebiet Roither Berg hat die Gemeinde echtes Interesse an Nachhaltigkeit gezeigt. Bereits die Gemeinderätinnen und –räte in der letzten Wahlperiode haben dem Investor dahingehende Vorgaben gemacht. Für die 118 Bauparzellen sollte ein intelligentes Versorgungssystem entwickelt werden. In Zusammenarbeit mit der OTH ist in den letzten Jahren genau das geschehen. Das Nahstromwerk I scheint für ganz Bayern Vorbildcharakter zu haben. Anders lässt sich jedenfalls nicht erklären, dass die EVW im Januar vom bayerischen Wirtschaftsministerium als Gestalterin der Energiewende ausgezeichnet wurde. Nun muss es allerdings darum gehen, die Bürgerinnen und Bürger mit Transparenz und Verlässlichkeit von diesem Energiekonzept und der Unternehmensphilosophie der EVW zu überzeugen.

Selbstredend wird die Gemeinde auch bei jenen Bauprojekten auf nachhaltige Konzepte drängen, wo sie selbst Bauherrin ist. Erstmals wird die Gemeinde das nun beim Sozialwohnbauvorhaben in Irlbach unter Beweis stellen.

In einem Bebauungsplan könnten im Übrigen auch Vorgaben zum Klimaschutz gemacht werden (siehe § 9 I Nr. 23  BauGB). So könnte in einem Baugebiet künftig beispielsweise der Einbau von Ölheizungen im Eigenheim untersagt werden. Solche und andere Maßnahmen werden wir bei künftigen Bauleitplanungen näher überprüfen.

Erfolgsmeldungen in Sachen Energiewende

2015 wurden insgesamt 1016 Straßenlaternen auf LED umgerüstet. Durch eine Stromeinsparung von jährlich 260.000 Kilowattstunden wird die Amortisation der gemeindlichen Investition binnen sieben Jahren eintreten. Seit 01.02.2015 werden Energieberatungsgutscheine im Wert von 200 € an Häuslebauer oder Hausbesitzer, die eine energetische Sanierung ihrer Immobilie beabsichtigen, ausgegeben. Bei der Energieagentur erhält dieser Personenkreis dann eine kostenlose, kompetente und vor allem unabhängige Beratung über alle Belange des energetischen Bauens und Energiesparens. Wie wichtig diese Maßnahme war, geht aus dem Energieleitplan für Wenzenbach hervor. 65 Prozent der Heizungsanlagen im Gemeindegebiet entsprechen nicht dem aktuellen Stand der Technik und weisen einen geringeren Wirkungsgrad als moderne Heizsysteme auf. Bei einer Modernisierung des Heizkessels könnte dieser Wirkungsgrad durchschnittlich um 15 Prozent gesteigert werden. Für die gesamte Gemeinde bedeutet das ein Einsparungspotenzial von 5 – 9 GWh. Mit den Gutscheinen soll den Gemeindebürgern ein Umstieg auf eine andere Heiztechnik schmackhaft gemacht werden. In der Gemeinderatssitzung Ende April wurde einstimmig die Beschaffung eines Elektrofahrzeugs für den gemeindlichen Fuhrpark beschlossen. Ebenso soll eine E-Zapfsäule vor dem Rathaus errichtet werden.

Pläne für die Zukunft

Im Pariser Klimaabkommen von 2015 wurde bestimmt, dass die Erderwärmung auf deutlich unter 2 Grad begrenzt wird. Hierfür müssten der fossile Energieverbrauch in der Welt um 95 Prozent reduziert werden. Natürlich ist das ein sehr ambitioniertes Unterfangen. Allein in Wenzenbach lag der Energieverbrauch im Jahr 2013 in den Bereichen Strom / Wärme / Verkehr bei insgesamt 186.150.000 kWh. Nur 27 Prozent der Wenzenbacher bezogen 2013 Strom und Wärme von erneuerbaren Energiequellen. Da ist noch Luft nach oben und deshalb freute sich Sebastian Koch sehr über den Energiewendetag des Bund Naturschutzes am 6. Mai 2017 in Wenzenbach. Im Rahmen einer Podiumsdiskussion in der Dietrich-Bonhoeffer-Kirche stellte Koch seine Pläne zu einem kommunalen Energiemanagement mit Ausarbeitung eines Energieleitbilds und der Entwicklung von operativen Zielen und Maßnahmen vor. Dies könnte beispielsweise im Rahmen der Ausarbeitung des im April durch den Gemeinderat beschlossenen integrierten städtebaulichen Entwicklungskonzepts (ISEK) erfolgen. Abschließend darf nochmals aus der Öko-Enzyklika des Papstes zitiert werden: „An einigen Orten werden Kooperativen für die Nutzung erneuerbarer Energien entwickelt, welche die lokale Selbstversorgung einschließlich des Verkaufs der überschüssigen Produktion ermöglichen. Dieses einfache Beispiel zeigt: Während die existierende Weltordnung sich als unfähig erweist, Verantwortungen zu übernehmen, kann die örtliche Instanz einen Unterschied machen.“

Etwas einfacher formuliert: Wenn die „Großkopferten“ die Energiewende verspielen, muss diese eben von unten her initiiert werden.

Kategorien: Bürgerservice